Traumata

Da sitzt man nichts ahnend mit seiner Oma beim Kaffeetrinken und plötzlich schallt einem eine Schlagertante ins Ohr, dass einem fast die Torte aus dem Gesicht fällt. Der deutsche Schlager fabriziert ja sehr viel tragisches, daran hat man sich ja so langsam gewöhnt.. Na ja, was heißt gewöhnt, man akzeptiert diese Musikrichtung und belächelt ihre Fans, meidet beides aber weiträumig. Leider kann man dies nicht immer und überall. Daher war ich vorhin gezwungen eine weitere Tragödie der Schlagerwelt akustisch mit zu verfolgen, die sich auch gleich fest in mein Gehirn brannte, da sie sich gut getarnt anschlich und auf mich stürzte. Die hinterhältigste Form des Schlagers ist die "Wir covern einen englischen Hit und übersetzen ihn ins deutsche"-Variante. Als Beispiel möchte ich da nur Ernie...äh..Cindy & Bert mit ihrer Version von Black Sabbath´s "Paranoid" ins Gedächtnis rufen. Wobei ich da sagen muss, dass ich diese Version noch irgendwie spaßig finde.



Vorhin im Cafè waren es nicht Cindy & Bert mit dem "Hund von Baskerville", sondern ein anderes Mutantenstadelduo, dass sich über einen Hit aus den 70ern her gemacht hat. Claudia Jung und Nik P. haben sich an einer deutschen Version von Nancy Sinatras und Lee Hazelwoods "Summerwine" versucht und ich muss sagen, dass deren Sommerwein doch etwas geschmacklos, wenn nicht sogar Übelkeit hervorrufend ist. Zwar geht es Inhaltlich mehr oder weniger ums Gleiche, nur leider klingt der deutsche Text nicht mal halb so schön, wie das Original. Denn wenn einem jemand

"Man trinkt ihn langsam und am besten eisgekühlt,
mein Sommerwein ist wie die Liebe süß und wild"

ins Ohr singt, dann verliert man leicht den Appetit und man muss zusehen, dass die grade verspeiste Erdbeertorte nicht noch mal zurück kommt.

Kommentare

Astrid hat gesagt…
Mal wiedr ein klarer Fall von "Reim Dich oder ich fress Dich". Aber hey, mit so nem Schrott wird richtig Geld verdient. Man sollte die Vorkriegsjahrgaenge als oekonomische Macht nicht unterschaetzen!
Da hilft nur eins: Finger in die Ohren stecken und laut die eigene Gluecksmelodie summen.