Oberschwester Hildegard

Meine Oma kränkelt seit letzter Woche so fröhlich vor sich hin und da sonst anscheinend keiner Lust oder Zeit (oder beides) hat sich um sie zu kümmern, bin ich von ihr so mehr oder weniger dazu verpflichtet worden sie zu pflegen. Daher darf ich ihr Essen kochen, mich dafür annölen lassen, dass es nicht nach Gourmetrestaurant schmeckt (Matschreis mit Möhrenbrei schmeckt halt scheiße), ihr ihre Tabletten auseinander sortieren über deren Konsum sie anscheinend den Überblick total verloren hat.
Und ich werde nach jedem Stuhlgang ausführlich über Konsistenz, Geruch und Farbe unterrichtet. Für mich eindeutig zu viele Informationen, die ich nie haben wollte. Und die bucklige, scheiß Verwandtschaft lässt sich weder blicken, noch ruft sie mal an. So langsam glaube ich, dass die sich erst wieder melden werden, wenn es was zu erben gibt. Und dann ist das Geschrei groß, wenns darum geht, wer das gute nichtmeißner Porzellan bekommt.

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